GEPLANTE S7: ASFINAG DER “HERAUSFORDERUNG” NICHT GEWACHSEN

Am 17.09.2019 wurde ein Arbeiter beim S7-Tunnelbau Rudersdorf durch herabfallendes Material verschüttet und verletzt.

Im Bescheid des Bundesministers für Verkehr, Innovation und Technologie vom 12.02.2015 (UVP-Bescheid) finden sich unter dem Abschnitt „ Geotechnik, Tunnelbau und Brandsicherheit“ zahlreiche Auflagen, die den Zweck verfolgen, die Gesundheit von Menschen zu schützen und Schäden an Sachen zu verhindern.

Schon die einleitende Auflage dieses Abschnittes (Seite 65 des UVP-Bescheides) schreibt vor:

Für sämtliche konstruktiven Bauteile (Kunstbauwerke, Tunnelbauwerke inkl. Unterflurtrassen ist mittels erdstatischer Berechnungen der Nachweis einer ausreichenden Standsicherheit sowohl für alle Bauzustände als auch für den Endzustand zu erbringen.

Offensichtlich war zum Zeitpunkt des Unfalles die „ausreichende Standsicherheit“ nicht gegeben. Die Verantwortung für die Einhaltung der Auflagen liegt beim Projektwerber Asfinag bzw. dessen Organen, die den Bau des S7-Tunnels als „Herausforderung“ bezeichnet haben. Dieser „Herausforderung“ ist die Asfinag für die Öffentlichkeit erkennbar nicht gewachsen.

Im übrigen werden die zur Strafverfolgung berufenen Behörden die strafrechtliche Verantwortlichkeit in Hinblick auf den eingetretenen Verletzungserfolg des Arbeiters zu überprüfen haben.